{"id":32,"date":"2007-08-31T15:34:54","date_gmt":"2007-08-31T13:34:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.andreaskahler.de\/?p=32"},"modified":"2007-12-20T16:08:50","modified_gmt":"2007-12-20T14:08:50","slug":"%e2%80%9enorth-western-districts-tour%e2%80%9c","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.andreaskahler.de\/?p=32","title":{"rendered":"\u00e2\u20ac\u017eNorth-Western Districts Tour\u00e2\u20ac\u0153"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><strong>26. \u00e2\u20ac\u201c 31.08.07<br \/>\n<\/strong>Ziemlich aufregend durch alle sechs Provinz-Distrikte au\u00c3\u0178erhalb Solwezis getourt, gemeinsam mit PC Kyapa und John vom PPMT. Erst wer diese Distanzen durch alle Teile des Nordwestens zur\u00c3\u00bcck gelegt hat, kennt die Ausma\u00c3\u0178e der Provinz \u00e2\u20ac\u201c und Potentiale sowie Probleme. Tats\u00c3\u00a4chlich macht sich ein Gef\u00c3\u00a4lle in Versorgung, Bildung und vielem Anderen bemerkbar zwischen Provinzkapitale Solwezi und den \u00c3\u00bcbrigen Distrikten.<\/p>\n<p>\u00c3\u0153berw\u00c3\u00a4ltigend im positiven Sinne sind f\u00c3\u00bcr uns Tourende die Naturreicht\u00c3\u00bcmer der Region: Fruchtbare, gr\u00c3\u00bcne W\u00c3\u00a4lder und Wiesen soweit das Auge reicht; Wasseradern, gewaltige Fl\u00c3\u00bcsse samt ihren Quellen \u00e2\u20ac\u201c am wichtigsten freilich die Zambezi-Quelle (das kaum beachtete National-Monument). Doch ebenfalls touristisch \u00e2\u20ac\u017eausbeutbar\u00e2\u20ac\u0153 w\u00c3\u00a4re die malerische Berggegend zwischen Mwinilunga und Kabompo. Oder die angeblich l\u00c3\u00a4ngste, schwingende Fu\u00c3\u0178g\u00c3\u00a4nger-H\u00c3\u00a4ngebr\u00c3\u00bccke Afrikas kurz vor Zambezi.<\/p>\n<p>Nie endet die zur\u00c3\u00bcckhaltende Freundlichkeit der Einheimischen, auch wo wenig Anlass zu lachen gegeben scheint. Die Geduld scheint unermesslich, selbst wo seit Jahrzehnten keine versprochenen Verbesserungen angekommen sind. In Zambezi erfahren wir von anhaltend l\u00c3\u00a4hmenden Kriegsfolgen, nahe der Angolagrenze. Aus Angst vor Minen scheuen sich die Menschen noch immer, ihre Felder wieder zu bewirtschaften. \u00e2\u20ac\u017eVulnerability\u00e2\u20ac\u0153 gerade von Frauen und Kindern ist extrem, ausgenutzt u.a. von nahe stationierten Soldaten. Verst\u00c3\u00b6rend, die weit verbreitete Prostitution Jugendlicher \u00e2\u20ac\u201c die praktisch toleriert wird (obwohl, nat\u00c3\u00bcrlich, wie Prostitution allgemein gesetzlich verboten).<\/p>\n<p>Zwar sind bald s\u00c3\u00a4mtliche \u00c3\u0153berlandstra\u00c3\u0178en, also die Hauptverbindungen, teils \u00c3\u00bcberholt, teils erstmals ordentlich geteert. Doch Transport bleibt eine Crux f\u00c3\u00bcr die Mehrheit der Nordwest-Bev\u00c3\u00b6lkerung; gleichviel, ob \u00c3\u00b6konomisch oder sozial. Was n\u00c3\u00bctzt der \u00c3\u00bcppigste Reichtum an Fr\u00c3\u00bcchten, wenn keiner sie zum Markt bringen kann? Was hilft\u00c2\u00b4s , wenn Medizin etwa zur Malariabehandlung vorhanden ist, aber keiner das Health Center zu erreichen vermag.<br \/>\nGeografische Benachteiligungen sind im Nordwesten mit H\u00c3\u00a4nden zu greifen.<\/p>\n<p>In den entlegenen Distrikt-Hauptst\u00c3\u00a4dten (zu schweigen von den D\u00c3\u00b6rfern au\u00c3\u0178erhalb) kommen selbst Zeitungen zweit\u00c3\u00a4gig versp\u00c3\u00a4tet an, Fernsehen od. Radio ist nur sehr eingeschr\u00c3\u00a4nkt empfangbar; und nur wenige Leute k\u00c3\u00b6nnen sich zu reisen leisten. In ganz Chavuma gibt es \u00c3\u00bcberhaupt keine Telefonverbindung. 2008 wollen wir im Nachgang Mittel und Wege f\u00c3\u00bcr bessere Kommunikation zwischen NGOs in der Provinz zu entwickeln versuchen, schlie\u00c3\u0178lich versteht sich CSPR als Netzwerk aller Organisationen.<\/p>\n<p>Wir touren vor allem mit dem Ziel, die Wirklichkeit zambischer \u00e2\u20ac\u017eDezentralisierung\u00e2\u20ac\u0153 zu erkunden: Wie viel beteiligen sich tats\u00c3\u00a4chlich NGOs auf lokaler Politikebene? Unsere Gespr\u00c3\u00a4che mit Akteuren aus Stadtr\u00c3\u00a4ten, Distriktadministrationen und Zivilgesellschaft ergeben kein sonderlich \u00c3\u00bcberzeugendes Bild \u00c3\u00bcber den Stand der Dinge. Oftmals wissen die Verwaltungschefs erst gar nicht, wer in ihren DDCCs sitzt, also in den Kommissionen, die beim Planen und Umsetzen kommunaler Projekte mitwirken sollen; andernorts sitzen da irgendwelche selbst ernannten \u00e2\u20ac\u017eheadman of stakeholders\u00e2\u20ac\u0153 oder traditional healer. Oftmals ist ausschlie\u00c3\u0178lich die Privatwirtschaft neben staatlichen Abteilungen vertreten.<\/p>\n<p>Unseren Tourbericht \u00c3\u00bcberschrieben wir hinterher <em>\u00e2\u20ac\u017eChavuma is a District on Paper\u00e2\u20ac\u0153<\/em>. Denn eklatant, wohin wir auch kamen, erscheint stets der Gegensatz zwischen mehr oder minder perfekten Pl\u00c3\u00a4nen und der Realit\u00c3\u00a4t \u00e2\u20ac\u017eon the ground\u00e2\u20ac\u0153. Chavuma, der j\u00c3\u00bcngste Distrikt, ist nur ein so augenf\u00c3\u00a4lliges Beispiel: Seine Infrastruktur l\u00c3\u00a4sst sich kaum f\u00c3\u00bcr real halten, wenn wir den District Commissionar (praktisch des Pr\u00c3\u00a4sidenten Stellvertreter) als Anhalter am Stra\u00c3\u0178enrand stehen sehen und mitnehmen, weil seine Distriktverwaltung kein Benzin mehr hat. Aber wie toll liest sich doch der \u00e2\u20ac\u017eDistrict Development Plan\u00e2\u20ac\u0153.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/blog.andreaskahler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/32"}],"collection":[{"href":"http:\/\/blog.andreaskahler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/blog.andreaskahler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.andreaskahler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.andreaskahler.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=32"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/blog.andreaskahler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/32\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/blog.andreaskahler.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=32"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.andreaskahler.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=32"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.andreaskahler.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=32"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}