{"id":29,"date":"2007-06-29T14:55:39","date_gmt":"2007-06-29T12:55:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.andreaskahler.de\/?p=29"},"modified":"2007-12-20T16:14:26","modified_gmt":"2007-12-20T14:14:26","slug":"16-296-field-trips-nach-kasempa-etc","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.andreaskahler.de\/?p=29","title":{"rendered":"16.-29.6. &#8211; Field trips nach Kasempa etc."},"content":{"rendered":"<p><strong>27. \u00e2\u20ac\u201c 29.06.07<br \/>\n<\/strong>Field trip zum Kasempa-Distrikt, um die Minen-Auswirkungen auch dort zu erkunden. <!--more--><\/p>\n<p>Im Vorbeigehen h\u00c3\u00b6re ich in Kasempa, wie zwei Einheimische meinen: \u00e2\u20ac\u017eHe does not understand what we do.\u00e2\u20ac\u0153 Stimmt, stimmt, denk ich.<\/p>\n<p>Jifumpe hei\u00c3\u0178t das Busch-Dorf, zwei Autostunden von der Distriktstadt entfernt gelegen, das wir aufsuchen. Der village headman war schon informiert, sodass bald gen\u00c3\u00bcgend Dorfbewohner zum Gespr\u00c3\u00a4ch versammelt sind. Schlichte Kernfrage: Was haben Sie f\u00c3\u00bcr Erfahrungen mit der unmittelbar angrenzenden Kupfermine \u00e2\u20ac\u017eHetro\u00e2\u20ac\u0153 gemacht?<br \/>\nDie Antworten schockieren. Viele M\u00c3\u00a4nner arbeiteten f\u00c3\u00bcr die Mine, wurden aber samt ihrer Familien wie Leibeigene im Mittelalter behandelt \u00e2\u20ac\u201c oder sogar schlimmer. Sie hatten grunds\u00c3\u00a4tlich keine Vertr\u00c3\u00a4ge, bekamen Hungerlohn, sofern sie statt billiger Lebensmittel \u00c3\u00bcberhaupt welchen erhielten; wer l\u00c3\u00a4nger als zwei Tage krank war, wurde gefeuert, und auch sonst gab es keinerlei Hilfe bei Arbeitsunf\u00c3\u00a4llen, Arbeitsschutz war ohnehin unbekannt an diesem Ort. Noch schrecklicher: \u00c3\u0153ber Jahre k\u00c3\u00bcmmerte sich niemand um die seit l\u00c3\u00a4ngerem bei Distrikt und Gewerkschaft bekannte Lage der Arbeiter und ihrer Angeh\u00c3\u00b6rigen. (Man best\u00c3\u00a4tigte, dass die unmenschliche Situation sowohl im Distrikt als auch bei der Mineworkers Union of Zambia im Copperbelt bekannt war.) Keine staatliche Aufsicht, keine Gewerkschaft, keine Polizei kam in dieses sehr abgelegene, oder besser: von der Au\u00c3\u0178enwelt abgeschnittene Gebiet, um zu helfen. Zum Gl\u00c3\u00bcck ist der Minenchef seit Kurzem hinter Gittern, aber \u00c3\u00bcber Jahre konnte er als legaler Betreiber sein Unwesen treiben.<\/p>\n<p>Das Bedenkliche: Auch k\u00c3\u00bcnftig kann \u00c3\u201ehnliches passieren, denn die Kapazit\u00c3\u00a4ten oder Kompetenzen haben sich auf lokaler Ebene seither nicht verbessert, w\u00c3\u00a4hrend immer mehr Minen gleichsam von Goldsuchern und Gl\u00c3\u00bccksrittern von \u00c3\u00bcberall er\u00c3\u00b6ffnet werden \u00e2\u20ac\u201c viele zudem informell, illegal.<\/p>\n<p>Jifumpe \u00c3\u00b6ffnet mir die Augen, wie sich \u00e2\u20ac\u017eArmut\u00e2\u20ac\u0153 konkret niederschl\u00c3\u00a4gt. Krankheit, Junge mit Klumpfu\u00c3\u0178, Erbrechen, Schmerzschrei von nebenan; das behinderte M\u00c3\u00a4dchen traut sich nicht in die N\u00c3\u00a4he des Dorfzentrums; Zerfall der H\u00c3\u00bctte; Resignation. Kein Weg scheint hier nach \u00e2\u20ac\u017edrau\u00c3\u0178en\u00e2\u20ac\u0153 zu f\u00c3\u00bchren, es gibt keinen Zugang zu Information, Medizin, Bildung, Jobs. Keine Sicherheit, sondern Vulnerability.<\/p>\n<p><strong>26.06.07<br \/>\n<\/strong>\u00e2\u20ac\u017eKansanshi\u00e2\u20ac\u0153 l\u00c3\u00a4dt zum Stakeholder-Workshop ins \u00e2\u20ac\u017eRoyal Solwezi\u00e2\u20ac\u0153. F\u00c3\u00bcr eine so m\u00c3\u00a4chtiges internationales Unternehmen bemerkenswert unprofessionell, verteidigt sein zambischer Umweltmanager, der in einer Person den Sprecher und Moderator gibt, die Mine gegen Vorw\u00c3\u00bcrfe aller Art. Danach bittet er um Ideen f\u00c3\u00bcrs community development programme.<br \/>\nIn Anbetracht solch einer Veranstaltung fragt man sich hinterher, ob es Kansanshi \u00c3\u00bcberhaupt ernst meint mit ihrer CSR &#8211; Corporate Social Responsibilty.<\/p>\n<p><strong>22.6.07<\/strong><br \/>\nAbschied f\u00c3\u00bcr die scheidende CSPR-Chefin Bessy in Gestalt einer sch\u00c3\u00b6nen Gartenparty, ausgerichtet durchs GoGo-Team der GTZ; au\u00c3\u0178erdem Begr\u00c3\u00bc\u00c3\u0178ung ihrer Nachfolgerin (kommt von der Catholic Commission for Justice, Development and Peace, CCJDP) und der Neulinge im Good-Governance-Team selbst (Kaputo, Betty, Daniela und ich). <\/p>\n<p><strong>21.06.07<br \/>\nPotato head<\/strong>, sagst du zum Friseur, damit er deinen Sch\u00c3\u00a4del kahl schert; ist hier ziemlich in und kommt meist gut an. Praktisch au\u00c3\u0178erdem.<\/p>\n<p><strong>19. &#038; 20.6.07<\/strong><br \/>\n<strong>Seminar in \u00e2\u20ac\u017eEconomic Literacy\u00e2\u20ac\u0153.<\/strong> Wei\u00c3\u0178 zwar nicht, was das gro\u00c3\u0178 mit Wirtschaft zu tun haben soll, doch lernen wir interessante Dinge \u00c3\u00bcber \u00c3\u00b6ffentliche Haushaltsf\u00c3\u00bchrung, staatliche Empowerment Fonds und Dezentralisierung; letzteres durch die junge smarte, aber sichtlich \u00c3\u00bcberforderte Stadtplanerin Naomi (Director of Planning). Au\u00c3\u0178er den Mitgliedern h\u00c3\u00b6ren die meisten zum ersten Mal von CSPR.<\/p>\n<p><strong>17.6.07<br \/>\nAirport Solwezi.<\/strong> Muss man gesehen haben, wenn einen die Reise nach Nordwesten f\u00c3\u00bchrt. Ein Miniatur-Tower samt pl\u00c3\u00bcschigem Bar-Warte-Trakt. \u00c3\u0153bers offene Rollfeld ziehen hin und wieder Trauben von Menschen umliegender shanty compounds (informeller Lehmh\u00c3\u00bcttensiedlungen).<br \/>\nDiente bis vor kurzem lediglich zum Starten und Landen der Pr\u00c3\u00a4sidenten und ihres Trosses bei Stippvisiten in die Provinz; gelangt nun jedoch zu neuer Bedeutung durch die miners \u00e2\u20ac\u201c von denen einige t\u00c3\u00a4glich zwischen Ndola und hiesiger Arbeitsst\u00c3\u00a4tte pendeln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>27. \u00e2\u20ac\u201c 29.06.07 Field trip zum Kasempa-Distrikt, um die Minen-Auswirkungen auch dort zu erkunden.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/blog.andreaskahler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/29"}],"collection":[{"href":"http:\/\/blog.andreaskahler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/blog.andreaskahler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.andreaskahler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.andreaskahler.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=29"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/blog.andreaskahler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/29\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/blog.andreaskahler.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=29"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.andreaskahler.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=29"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.andreaskahler.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=29"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}